18. September 2007
Qualitätsmanagement für Webprojekte
In einer Werbeagentur, die zum größten Teil aus jungen (unerfahrenem) Kollegen bestand, die am liebsten den ganzen Tag kreativ sein wollten, fand das Qualitätsmanagement kaum Platz. Häufigste Fehlerquellen bei uns waren
- Routine in einem nicht ausgearbeiteten Workflow
- unprotokollierte Korrekturen
- fehlende Übersicht über das Gesamtprojekt
- Nachlässigkeit
Die Probleme bestanden sowohl in Deutschland als auch in der Werbeagentur in Serbien. Da wir in Deutschland eine Vielzahl ähnlicher Seiten zu erstellen und zu betreuen haben, haben wir den Arbeitsablauf strukturieren und straffen müssen:
- Pre-Sales
- Produktion
- After-Sales
Jeder Schritt bekam eigene Checkliste, Pre-Sales z.B. Checklisten für Material, Domains und E-Mails, Wünsche und Anforderungen des Kunden usw. Die Produktion bekam Checklisten für Programmierung, QM-End, Ordnerstruktur. After Sales hatte Checklisten für Folgeaufgaben, Kontrolle der Statistiken usw.
Zusammen ergaben sich also Checklisten von ca. 40 Seiten zum Abhaken. Ein Krampf und der Kreativkiller schlechthin. Das Wichtigste und zugleich der Haken dabei: ein Mitarbeiter musste QM-Beauftragter werden. Die Aufgabe war es, die vom Ersteller der Seite ausgefüllten Checklisten zu kontrollieren und nach dem dritten Fehler die Checklisten an den Programmierer zurückzugeben mit der Bitte, diese noch einmal gewissenhafter durchzugehen.
Zwei Probleme wurden mit den Checklisten erledigt. Die Routine in einem nicht ausgearbeiteten Workflow und die fehlende Gesamtübersicht über das Projekt wurden behoben. Jeder hatte nun der Stand der Website und die noch auszuführenden Arbeitsschritte vor sich. Mit der Drei-Fehler-Tolleranz wurde auch die Nachlässigkeit minimiert.
Das letzte Problem, die unprotokollierten Korrekturen, wurden mit einer Agentursoftware erfasst. Das ist und wird bei uns wohl die Fehlerquelle Nummer eins bleiben.
In Serbien war die Nachlässigkeit übrigens das größte Problem. Einmal im Monat gab es einen geplanten Ausfall meinerseits: "Ich fasse das nicht, wir müssen über eure Nachläsigkeit reden!" Das klappte meistens. Beim Outsourcen in Serbien ist das immernoch das größte Ärgernis. Das Protokoll, das man sich sonst aus Faulheit spart, ist hier obligatorisch.
Nach einiger Zeit hat sich das Team auf die Fehler eingestellt und kannte die Checklisten größtenteils auswendig. Mit dem Umstieg auf Typo3 konnten wir die Arbeitsprozesse teilweise automatisieren, sodass wir vor einiger Zeit die Checklisten auf insgesamt 5 Seiten straffen konnten.
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